Bildung für Kinder in der Dritten Welt

Wie entstand eigentlich die Jürgen Höller Stiftung?

2012 erhielt ich die Einladung der SMA-University einen Ehrendoktortitel anzunehmen und einen Vortrag zu halten. Ein Jahr später unterbreitete man mir außerdem die Möglichkeit, eine Professur „Entrepreneurship und Marketing“ anzunehmen. Im Rahmen meiner Aufenthalte in Kenias Hauptstadt Nairobi hatte ich zwei Mal die Gelegenheit „Kibera“, den wohl schlimmsten Slum der Welt, persönlich zu besuchen.

Nairobi hatte Anfang der 80er Jahre nur 200.000 Einwohner – mittlerweile sollen es ca. 4 bis 5 Mio. sein. Mitten in Nairobi hat sich der Slum „Kibera“ entwickelt, in dem über 1 Mio. Menschen auf engstem Raum in unvorstellbaren Verhältnissen leben.

Nun, dies liest sich in der Theorie immer so leicht und locker, Slum – ganz schlimm, aber letztendlich können wir uns nichts darunter vorstellen. Ich konnte es auch nicht. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich am 25. Mai 2012 von Prof. Meier, zusammen mit ein paar Bodyguards, die zu unserem Schutz abgestellt waren, mitten in das Herz Kiberas gefahren wurde. Hier möchte ich einmal kurz die Verhältnisse beschreiben:

Kibera ist eingezäunt von einem hohen Wellblechzaun, sobald man über die „Straße“ (dies ist ein ungeteerter Weg mit bis zu 30 Zentimeter tiefen Schlaglöchern, bei Regenzeit ist es fast unmöglich überhaupt auf diesem glitschigen Gefälle hinauf und wieder hinab zu fahren) auf das Gelände von Kibera eingefahren ist, schlägt einem ein fast unerträglicher Geruch entgegen.

Prof. Meier erklärte mir, dass Kibera weder über Strom, noch über eine Frischwasserversorgung, geschweige denn über eine Abwasserleitung verfüge. Auf meine Frage, wie die Menschen denn ihre Notdurft verrichten, erklärte mir Prof. Meier: „Sie haben die sogenannte Lufttoilette erfunden.“. Mit Lufttoilette meinte er: Die Menschen verrichten ihre Notdurft in dünne Plastikbeutel, verknoten diese – und werfen sie 30 Meter über ihre Häuser irgendwohin. Da jedoch keiner der Nachbarn über ein entsprechendes Abwassersystem verfügt, kann man seine eigene Notdurft zwar entsorgen – erhält aber die von den Nachbarn postwendend wieder zurück…

Dementsprechend war der Geruch, als ich mit dem Auto in Kibera hineingefahren wurde:

Eine Mischung aus Fäkalien, Essensgerüchen (halb verdorben!), ungewaschenen Menschen, usw. Das Ganze vermischte sich mit dem Geruch von Rauch, weil die Menschen ihr spärliches Essen auf ihren kleinen selbstgebastelten Holzkohlegrills zubereiten, natürlich außerhalb ihrer Hütten. In den zehn bis 12 Quadratmeter kleinen, zerfallenen und verrosteten Wellblechhütten leben vier bis acht Menschen. Der Untergrund ist dabei der blanke Boden, bei Regenzeit ist alles nur noch Matsch.

Immer tiefer ging es mit dem Auto hinein, mir wurde immer mulmiger und es schnürte mir regelrecht die Kehle zu, als ich in die Gesichter und Augen der Menschen, insbesondere der vielen Kinder, sah. Dann schließlich, mitten in Kibera stiegen wir aus und liefen einige hundert Meter zu Fuß, ständig bewacht von den Bodyguards, bis zu einer Grundschule. Auf dem Weg dorthin lief ich an Dingen vorbei, die ich nicht für möglich gehalten hätte. So lagen auf einer verrosteten Eisenschale 50 halb verweste Fischgerippe, mit nur noch wenigen Fleischfetzen.

Auf meine Frage, was das denn zu bedeuten hätte, antwortete mir Prof. Meier, dass dieser Mann diese Fischgerippe verkaufen würde. Als ich immer noch nicht verstand, erklärte er mir, dass sich einige Menschen nicht einmal anständiges Essen leisten können, sondern sich mit diesen Fischgerippen (den Abfall von den großen Hotels und Restaurants!!!) eine dünne Fisch-Wassersuppe kochen würden.

Der Gestank dort war unvorstellbar. Schließlich erreichten wir die Grundschule, die ich besichtigen sollte. Prof. Meier und die SMA unterstützen diese Schule seit vielen Jahren. Hier ein paar Details zu dem, was wir vorfanden:

  • Es gibt nur vier Klassenzimmer für acht Klassen: Was bedeutet, dass immer zwei Klassen, Rücken an Rücken, in einem Zimmer sitzen und gleichzeitig unterrichtet werden.
  • Der Boden in den Klassenzimmern hat keinerlei Fundament, bei Regenzeit verwandelt sich alles in Matsch, so dass die Füße der Kinder den ganzen Tag in diesem Matsch stecken – und sie sich dabei Ekzeme und Entzündungen holen.
  • Ein Klassenzimmer nach dem anderen (bestehend aus dünnem und verrosteten, halb zerfallenen Wellblech) verfällt, sodass die Schule bald nicht mehr existieren wird.
  • Für die Notdurft gibt es fünf „Toiletten“. Dabei handelt es sich um 1 x 1 Meter große Wellblechräume, bei denen der Boden mit einem Spaten ausgehoben wurde. Dorthin verrichten die Kinder ihre Notdurft, bis das Loch voll ist und wieder entleert wird. Unvorstellbare hygienische Bedingungen und ein beißender Gestank schlug mir aus den Toiletten entgegen.
  • Weil es selbst die abgehärteten Kinder von Kibera anekelt, steigen sie heimlich über die Mauer, die die Schule eingrenzt, um ihre Notdurft an einem Bach zu verrichten. Wenn man über diese Mauer schaut, sieht man immer fünf bis acht Kinder dort sitzen – 20 Meter weiter stehen erwachsene Einwohner Kiberas mit Kanistern, die diese mit Wasser füllen, weil sie sonst keine Wasserversorgung haben.
  • Für die ganze Schule (zum damaligen Zeitpunkt ca. 300 Kinder) gab es ein halbes Ikea-Regal, das etwa zur Hälfte mit Schulbüchern gefüllt war. Also ungefähr 80 bis 100 Schulbücher für alle Klassen, für alle Kinder, für alle Fächer.
  • Wenn der Kugelschreiber eines Kindes nicht mehr schreibt, ist dies eine Katastrophe, denn dann muss dieses Kind wochenlang ohne einen auskommen. Papier ist ebenfalls Mangelware, manchmal gibt es welches, manchmal nicht.
  • Damit die Kinder überhaupt in die Schule gehen, bekommen sie einmal am Tag eine warme Mahlzeit: bestehend aus einer kleinen Tasse gekochtem (und angebranntem) Reis und einer dünnen Bohnensuppe (ich zählte etwa acht Bohnen pro Schulkind).

Als ich dann die glücklichen Kinder sah, wie sie beim Mittagessen ihren Napf mit dem spärlichen Essen gefüllt bekamen, schnürte es mir dermaßen die Kehle zu, dass ich am liebsten laut losgeheult hätte. Aber erst Stunden später hatte ich dazu in meinem Hotelzimmer Gelegenheit – ich wollte vor den Kindern nicht zeigen, was ich tatsächlich fühlte.

Aber ich traf in diesem Moment eine Entscheidung:

Ich werde Schulen in der Dritten Welt bauen und diese zusammen mit meiner Frau Kerstin monatlich unterstützen, sodass die Kinder wenigstens zwei ordentliche Mahlzeiten pro Tag bekommen, ordentliche Klassenzimmer, ordentliche Schreibutensilien und Schulbücher haben – und die Lehrer ein Gehalt, damit sie ebenfalls leben können!

Deshalb entschloss ich mich 2013 zusammen mit meiner Frau Kerstin, die Jürgen Höller Stiftung zu gründen. Die Regierung in Unterfranken und das Finanzamt erkannte unsere Stiftung als gemeinnützige Einrichtung an, so dass alle Ihre Spenden bei der persönlichen Steueranmeldung geltend gemacht werden können und abzugsfähig sind.

Ich garantiere hiermit dafür, dass jeder Euro, der von dritter Seite in die Stiftung eingezahlt wird, ausschließlich zu 100 % für Bildungsprojekte eingesetzt wird. Alle Kosten, die ansonsten entstehen, werden ausschließlich durch Spendenmittel des Ehepaares Kerstin und Jürgen Höller getragen. Jeder gestiftete Euro kommt also direkt bei den Bedürftigen an.

Im Juli 2014 unterzeichnete die Jürgen Höller Stiftung einen Vertrag mit der Welthungerhilfe. Die Welthungerhilfe ist eines der anerkanntesten Hilfsorganisationen in Deutschland und wurde auch 2014 zur Nr. 1 gewählt (über spiegel.online veröffentlicht), dass sie in Bezug auf Transparenz und Offenlegung unter allen großen Wohltätigkeitsorganisation die Führendste ist. Bei diesem Vertrag haben wir die Finanzierung einer ersten Schule im Slum Kibera/Nairobi vereinbart.

Ziel ist es, jährlich eine oder mehrere Schulen in der Dritten Welt zu bauen, bevorzugter Vertragspartner dabei ist derzeit die Welthungerhilfe.

Unsere große Vision: In den nächsten 50 Jahren sollen 1.000 Schulen in der Dritten Welt gebaut werden!

Wenn Du also interessiert bist, ein gutes Werk zu tun und uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen, freuen wir uns über jeden gestifteten Euro. Es ist auch möglich, einen kleinen (gerne auch einen größeren…) Betrag in Form einer monatlichen Dauerzuwendung zu leisten. Dies schafft für unsere Jürgen Höller Stiftung eine klarere Kalkulationsgrundlage und gibt dem Spender das gute Gefühl, nicht nur einmal, sondern dauerhaft den bedürftigen Kindern in der Dritten Welt zu einem besseren Leben zu verhelfen. Wenn Du also spenden möchtest, dann bedanken wir uns bereits im Namen der Kinder sehr für Deine Spende. Spenden können direkt auf folgendes Konto geleistet werden:

Konto-Inhaber: JUERGEN HOELLER STIFTUNG
IBAN: DE89 70120700 1641106941
BIC: OBKLDEMX
Oberbank AG, Linz, Zweigstelle Bayern

Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gerne an Frau Gerlinde Meier wenden:

Telefon: 0049 (0) 97 21 – 47 588 0

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit herzlichen Grüßen in Dankbarkeit

Kerstin und Jürgen Höller